Java und die Ask Toolbar: Der iJUG lehnt jegliche Form der Bündelung von Installationspaketen mit Java ab

Der Initiator der Petition, der Software-Entwickler Dr. Saeid Nourian, ist besorgt um die Integrität von Java, die Oracle seiner Meinung nach durch die Bündelung mit der Ask Toolbar „für ein par Pennies pro Download“ opfere. Es sei für ein angesehenes Unternehmen wie Oracle erniedrigend, auf solche Verfahren zurückzugreifen, um einen kleinen Gewinn zu erzielen, argumentiert er weiter.

Dieses Anliegen unterstützt auch der iJUG (Interessenverbund der Java User Groups e.V.): „Der iJUG teilt die Besorgtheit  über die Sachlage", sagt Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender des iJUG. "Jeder von uns hat sich wahrscheinlich mindestens einmal über das plötzliche und unerklärliche Erscheinen der Ask-Toolbar im Browser gewundert. Oracle hat bisher nichts unternommen, um die bereits aus Sun-Zeiten gängige Praxis zu ändern. So werden weiterhin Unaufmerksamkeit und Unwissenheit von Endanwendern ausgenutzt, um Umsätze zu generieren. Das können wir so nicht einfach hinnehmen. Einmal mehr zeigt es die Notwendigkeit einer starken Interessenvertretung der Java-User.“

Der iJUG pflegt einen dauerhaften Kontakt zu der Java-Community und wird diese Position gegenüber seinen Ansprechpartnern bei Oracle verdeutlichen. Unter den Java User Group Leads herrscht Konsens darüber, dass Pakete, die nicht in direktem Zusammenhang mit Java stehen, während der Installation von Java nicht angeboten werden sollen.

Derzeit wird während einer Installation von Java die Toolbar von Ask.com mitinstalliert. Während des Vorgangs macht eine Maske auf „die Installation des kostenlosen Browser-Add-Ons von Ask“ aufmerksam. Nach einer Abbildung der besagten Toolbar und einem marketing-orientierten Beschreibungstext befindet sich  weiter im Text eine Checkbox, die die Installation der Ask Toolbar auslöst. Standardmäßig ist der Haken gesetzt. Wird dieser also übersehen, wird die Toolbar automatisch in Internet Explorer, Google Chrome und Mozilla Firefox installiert.

Die Toolbar wird man im Nachhinein nicht so einfach los: Viele Internetnutzer beschweren sich in Internetforen darüber, dass die Toolbar nach einer ordnungsgemäßen Deinstallation im Browser immer noch erscheine, unter den Add-Ons jedoch nicht aufgelistet sei.

Mitte Januar hatte der ZDNEt-Autor Ed Bott den Installationsprozess unter die Lupe genommen und die Vorgehensweise von Oracle kritisiert. Bott warnt auch vor dem Java Updater für Windows. Bei der automatischen Aktualisierung von Java sollen laut Bott ebenso Software von Drittanbietern mitinstalliert werden. Er nennt neben der Ask Toolbar auch den McAfee Security Scanner.

11.02.2013 Java
Von: DOAG Online